Großes Interesse am Infonachmittag zum Thema "Virtual Reality" - Sparkassenstiftungen Zukunft

Die „Virtual Reality“ entwickelt bereits in der Medizin, Psychotherapie und in der Industrie ihr positives Potential. Doch bietet die neue Technologie wirklich eine „neue, schöne Welt“? Diesem Thema ging der Infonachmittag am Freitag, 9. März 2018, im Kommunikationscenter der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling nach. Eingeladen hatten die Sparkassenstiftungen Zukunft gemeinsam mit Neon. Prävention und Suchhilfe Rosenheim. Rund 100 Pädagogen und Fachleute informierten sich über die Vorteile und die Risiken. Zu den Gästen zählten auch einige Vertreter aus der regionalen Politik.

An verschiedenen Stationen konnten die Besucher eine VR-Brille testen. Das Angebot wurde mit viel Freude angenommen. „Das große Interesse auch an früheren Informationsveranstaltungen rund um das Thema Medienkonsum bestätigt die Sparkassenstiftungen Zukunft darin, mit diesem besonderen Angebot den Nerv der Zeit getroffen zu haben“, sagte Karl Göpfert, Vorstandsmitglied der Sparkassenstiftungen Zukunft. „Heute kommen wir wieder dem Bedürfnis nach sachlicher Information und gegenseitigem Austausch nach.“

Vorteile der „Virtual Reality“ im Schuluntericht …

Digitaltrainer und Lehrer Daniel Wolff verwies in seinem Vortrag auf die Chancen der Virtual Reality-Brillen im Bildungsbereich. Als Vorteile nannte er eine „hohe Eigenmotivation“ und „keine Ablenkung“ der Schüler. Attraktiv sei die Möglichkeit, weltweit zu kommunizieren. Oder „verletzungsfrei“ an einem „virtuellen Wandertag“ teilzunehmen. Insgesamt sei ein „neues, kreatives Lernen“ möglich. Wolff empfahl, die VR-Brillen erst bei Schülern ab 13 Jahren einzusetzen.

… wie Nachteile

Als Grenzen für den Schulunterricht nannte Wolff den relativ hohen technischen Aufwand. Bei „chronisch niedrigen Schulbudgets“ sind oft die Lizenzkosten ein Problem. Auch die gesundheitlichen Risiken seien noch nicht abschätzbar. Eltern empfiehlt der begeisterte Digitaltrainer, sich mit den den neuen Technologien zu beschäftigen. So könnten sie ihre Kinder im Umgang damit anleiten. „Wir müssen unsere Kinder fit machen für die digitale Welt“, sagte Wolff abschließend. Andere Länder, vor allem im asiatischen Raum, seien hier schon viel weiter.

Gefahren und Risiken der neuen Technologie

Cem Karakaya, Experte für Cybercrime, warnte vor der Nutzung von „Ballerspielen“ oder Horrorspielen in der Virtual Reality: Wegen der erhöhten Intensität des Erlebens seien sie für Kinder und Jugendliche nicht geeignet. Erst im Alter von 16 Jahren seien Jugendliche in der Lage, zwischen der virtuellen und der „echten“ Realität zu unterscheiden. Künstliche Intelligenz im Schulunterricht einzusetzen sei in Ordnung. Größere Gefahrendimensionen sieht Karakaya im Anwendungsbereich Militär: Schon heute lassen sich Drohnen über VR-Brillen und Controller steuern. Wenn diese Technik in falsche Hände gerät, kann das sehr gefährlich werden. Zumal Drohnen heutzutage in der Lage sind, bis zu 3 Gramm explosive Mittel zu transportieren. „Nicht die Technologie – der Computer, das Smartphone oder die Spiele – sind gefährlich, sondern der Mensch“, so das Resümee von Karakaya.

„Virtual Reality“ zum Ausprobieren beim Infonachmittag.