Der Verein „erlesene oper“ hat sich zum Ziel gesetzt, „vergessene“ Opern wieder aufleben zu lassen und auch Kinder für die Oper zu begeistern. Unter dem Motto „Kinder lernen Oper kennen“ luden die Sparkassenstiftungen Zukunft für die Stadt und für den Landkreis Rosenheim im Frühjahr 2019 Kinder aus der Region zu einem kostenlosen Besuch einer Kinderoper ein. Damit knüpften die Stiftungen an den großen Erfolg der Vorjahre an: Auch die Kinderopern „Die sieben Raben“ im Jahr 2017 und „Der Scheintote“ (2018) hatten sie maßgeblich gefördert.

Besonders: Die Oper für Kinder

Eine Kinderoper ist besonders gestaltet: Die Aufführung ist kürzer und wird moderiert: Der Dirigent und Pädagoge Georg Hermansdorfer erklärt zwischendurch die Handlung auf der Bühne. Er geht auf das Zusammenspiel von Orchester, Chor und Solisten ein und auf die Bedeutung der Instrumente im Orchester. Auch ein Blick hinter die Bühne ist erlaubt. Aufgeführt wurde im Februar 2019 im Rosenheimer „KU’KO „Treemonisha“ des Komponisten Scott Joplin (1868 – 1917) – die wohl erste genuin amerikanische Oper.

„Treemonisha“

Scott Joplin (1868 – 1917) ist im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts der erfolgreichste amerikanische Komponist: Seine Ragtimes, darunter sein heute berühmtester „The Entertainer“, werden in ganz Amerika auf den Klavieren auf Schiffen, in der Eisenbahn, den Bars und Privathäusern gespielt. Doch dass dieser erfolgreiche Komponist auch Opern geschaffen hat, ist weithin unbekannt. 1911 schrieb er die Oper „Treemonisha“. Die Musik ist zwischen Verdi und Ragtime anzusiedeln. Doch erst durch die nachlassende Rassendiskriminierung Anfang der 70er Jahre und durch die Instrumentierung von Gunter Schuller hatte die Oper eines schwarzen Komponisten eine wirkliche Chance. Mehr zur Oper.

„Der Scheintote“

Bei der Kinderaufführung „Der Scheintote“ in Rosenheim 2018 handelt es sich um einen „vergessenenen, sehr heiteren Einakter“ von Ferdinando Paër. Der italienische Komponist war Ende des 18. Jahrhunderts in ganz Europa sehr begehrt. Seine Werke wurden viel gespielt. Seine Oper „Der Scheintote“ bietet viel Raum für Situationskomik, dramatische Szenen und spritzige Musik, die zwischen Mozart und Rossini anzusiedeln ist.

„Die sieben Raben“

2017 wurde in Rosenheim erstmals seit über 30 Jahren die Märchenoper „Die sieben Raben“ aufgeführt. Diese wurde im Rahmen des fünfjährigen Jubiläums von „erlesene oper e.V.“ im Kultur- und Kongresszentrum umgesetzt. „Die sieben Raben“ stammt aus der Feder von Joseph Gabriel Rheinberger, ein profilierter bayerischer Hofkapellmeister und bedeutender Vertreter der Spätromantik. Er komponierte die Märchenoper im Jahr 1869. Zuletzt wurde sie 1887 von Richard Strauß in München dirigiert. Allein deswegen war die Aufführung im Rosenheimer Kultur- und Kongresszentrum – nach 130 Jahren – eine Besonderheit. „Auch wenn diese Aufführung jugendgerecht gestaltet ist und auch zeitlich gerafft ist, so freut es uns doch sehr, dass wir mit vollem Orchester, Chor, Ballett und allen Solisten diese Aufführung bieten können“, sagte Georg Hermansdorfer.

2019 brachte der Verein „erlesene oper e.V.“ die amerikanische Oper „Treemonisha“ auf die Rosenheimer Bühne.
Vergnügt ging es bei dem Einakter „Der Scheintote“ zu.

Große Oper begeisterte die großen wie die kleinen Zuhörer.