Auf Einladung der Sparkassenstiftungen Zukunft für die Stadt und für den Landkreis Rosenheim kamen im April 2019 rund 100 Gäste, überwiegend Pädagoginnen und Pädagogen, zum Infonachmittag „Kinder und digitale Medien. Macht der frühe Umgang mit Smartphone, Tablet und Computer unsere Kinder medienkompetent?“ Die Referenten Günther Anfang, Leiter des Medienzentrums München und Ingo Leipner, Journalist und Buchautor, gingen der zentralen Frage nach, was unter „digitaler Bildung“ zu verstehen ist, und ab welchem Alter Kinder an die digitalen Medien herangeführt werden sollten.

Infonachmittag trifft Nerv der Zeit

„Dieses Thema trifft den Nerv der Zeit“, sagt Alexa Hubert, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Sparkassenstiftungen Zukunft. „Viele Eltern und Fachleute haben einen großen Bedarf nach Information, was Medienerziehung betrifft. Deswegen haben wir diesen Nachmittag gemeinsam mit ‚neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim‘ organisiert.“

Kinder so früh wie möglich begleiten

So wichtig das Thema derzeit ist, so unterschiedlich sind die Auffassungen, was der „richtige“ Weg zur digitalen Bildung ist: Günther Anfang, Leiter des Medienzentrums München, sprach sich in seinem Vortrag dafür aus, Medienpädagogik schon in Kindertagesstätten anzubieten. Aufgrund der alltäglichen Gegenwart digitaler Geräte in den meisten Familien sei es wichtig, die Kinder sehr früh „entwicklungsangemessen zu begleiten“ und sie „im kreativen Umgang mit digitalen Medien zu unterstützen, um sich in einer komplexen Medienwelt zurechtzufinden.“

Mediennutzung erst ab 12 Jahren sinnvoll

Ingo Leipner, Journalist und Buchautor, vertrat hingegen die Ansicht: „Eine Kindheit ohne PC ist der beste Start ins digitale Zeitalter“. Es sei wichtig, in der Diskussion zu unterscheiden, ob man über Kleinkinder spricht oder über Kinder ab 12 Jahren. Erst ab diesem Alter würden digitale Medien Teil ihrer Lebenswirklichkeit. Erst dann hätten Kinder die erforderliche kognitive Reife und eine kritische Textkompetenz erworben, um mit den Medien umzugehen. Bei jüngeren Kindern sei es wichtig, dass sich deren Sinne und Motorik frei entwickeln dürften. So erlernten Kinder Impulskontrolle, Geduld und Konzentration – zentrale Kompetenzen im digitalen Zeitalter.

Das Thema „Digitale Bildung“ traf offenbar den Nerv der Zeit.